Die neue DIN 4109

Januar 2017

Die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ wurde nun endlich novelliert und liegt mit Ausgabedatum Juli 2016 vor.

Entgegen der Vorgängerversion gibt es keinen Hauptteil und keine Beiblätter mehr sondern nur noch Normenteile und zwar:

Teil 1: Mindestanforderungen

(Hier liegt bereits die erste Überarbeitung als Entwurf Januar 2017 vor)
Teil 2: Rechnerische Nachweise der Erfüllung der Anforderungen
               (Hier liegt bereits die erste Überarbeitung als Entwurf Januar 2017 vor)
Teil 4: Bauakustische Prüfungen


Der Berechnungsnachweis nach Teil 2 kann auf Basis von Kennwerten aus den Normenteilen 32 – 36 (Bauteilkatalog) oder auf Basis von Messwerten geführt werden.  Die Nachweisführung erfolgt als “vereinfachter“ Nachweis nach Teil 2 oder nach der DIN EN 12354 auf die sich der Teil 2 stützt.

Teil des DIN 4109-Bauteiolkataloges sind (Stand Januar 2017):

Teil 31: Rahmendokument
Teil 32: Massivbau
Teil 33: Holz-, Leicht- und Trockenbau
Teil 34: Vorsatzkonstruktionen vor massiven Bauteilen
Teil 35: Elemente, Fenster, Türen, Vorhangfassaden
Teil 36: Gebäudetechnische Anlagen

 

Änderungen gegenüber DIN 4109: 1989 (auszugsweise):

-      Detailliertes (somit genaueres) Berechnungsverfahren über alle Übertragungswege

-      Auslegung des Schallschutzes gegen Außenlärm.

Die Bestimmung des maßgeblichen Außenlärmpegels erfolgt auf Basis des Tagwertes oder des Nachtwertes falls Dieser um weniger als 10 dB unter dem Tagwert liegt. Ob dies nur für Schlaf- und Übernachtungsräume gilt werden die eventuellen Einsprüche zum Änderungsentwurf zeigen

-      Geringfügige Verschärfung der Anforderungen zum Trittschallschutz

-      Anforderung der Geräuscheinwirkung raumlufttechnischer Anlagen im eigenen Wohnbereich

-      Der zuvor entfallene „Schienenbonus“ (nach 16. BImSchV) ist wieder vorgesehen

Hierdurch wird der rechnete Beurteilungspegel um 5 dB(A) gemindert

-      u.v.m.

 

Die bisherige DIN 4109 von 1989 wurde zurückgezogen, wobei jedoch das Beiblatt 2 "Hinweise für Planung und Ausführung; Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz; Empfehlungen für den Schallschutz im eigenen Wohn- oder Arbeitsbereich" und das Beiblatt 3 "Berechnung von R'w,R für den Nachweis der Eignung nach DIN 4109 aus Werten des im Labor ermittelten Schalldämm-Maßes Rw" zunächst weitergelten.

 

Regelungen zum erhöhten Schallschutz

Die DIN 4109 regelt im Teil 1 Mindestanforderungen an den Schallschutz.

Das bedeutet das, maßgeblich für den Wohnungsbau, nach wie vor eindeutige Vereinbarungen zum erhöhten Schallschutz getroffen, fixiert und ausführlich dokumentiert werden müssen. Grundlagen eines erhöhten Schallschutzes können liefern:

a)     Beiblatt 2 zur DIN 4109:1989

b)     VDI 4100: 2012-10 (wird nicht als a.a.R.d.T. gesehen)

c)     VDI 4100: 2007-08

d)     DEGA-Empfehlung 103 (Schallschutzausweis)

e)     DIN SPEC 91314: 2017-01

Gerade im Fall teilweise abweichender Schallschutzziele sollten die Zielwerte zahlenmäßig vereinbart und erläutert werden.

Wann die neue DIN 4109 bauaufsichtlich eingeführt werden, ist noch nicht bekannt. Wir rechnen mit dem Frühsommer 2017.

 
 

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